Antiepileptika: Generika/Re-Import.

Antiepileptika… Original oder Generika? Originalmedikament / Re-Import / Nachahmer Medikament / Generika / Substitution......


Bei diesen vielen Namen kommt man echt ins Grübeln. Man muss sich das mal vorstellen: 

Wir haben in unserem Land hervorragende Medikamente, sie haben sich bestens bewährt – aber – sie sind zu teuer und für Kassenpatienten oft nicht mehr erschwinglich.  Und deshalb werden billigere Medikamente hergestellt. Das mag für die Pharmaindustrie von Vorteil sein, aber für gut eingestellte  Epileptiker kann es zum Bumerang werden.
Folgende Beschreibungen sind von mir laienhaft beschrieben, aber man kann es zumindest verstehen ohne ein Studium oder fachliche Kenntnisse zu haben:
Re-Importe sind Originalpräparate, welche zuerst in Deutschland hergestellt und dann zunächst in ein beliebiges günstiges Ausland exportiert wurden. Im Ausland werden die Medikamente neu verpackt! Die werden dann wieder importiert und dann zum billigeren Preis verkauft. Das mag vom verkaufstechnischen Management clever sein, aber ich kann’s trotzdem nicht nachvollziehen. In Portugal oder Griechenland kosten diese Medikamente wesentlich weniger als in Deutschland. 
Ein Generikum ist ein Nachahmerprodukt. Es hat zwar denselben Wirkstoff, aber die Zusatzstoffe sind anders. Gesetzlich ist für solche Medikamente eine bestimmte Toleranz vorgeschrieben. Diese ist ist bei 80 % bis 125 % der Bioverfügbarkeit des Originalpräparats und das kann bei Leuten mit Anfallsfreiheit, wieder zu Anfällen führen. Deshalb sollten diese Patienten unbedingt darauf achten, dass sie das Medikament bekommen, mit dem sie anfallsfrei sind.                                        
Die Bioverfügbarkeit ist eine Messgröße für den Anteil eines Wirkstoffes, der unverändert im Blutkreislauf zur Verfügung steht. Sie gibt an, wie schnell und in welchem Umfang der Arzneistoff aufgenommen wird und entsprechend wirkt.   kursiv Quelle: Wikipedia
Generika sind logischerweise  billiger als das Arzneimittel des Originalherstellers, da keine Forschungskosten anfallen und die Entwicklungskosten für ein Generikum sehr gering sind. Sie dürfen nach einer Frist von 10 Jahren von anderen Firmen hergestellt werden Es wurde festgestellt, dass die Preise für generische Medikamente teilweise nur die Hälfte des Originalpräparates betragen. 
Substitutionen sind Austauscht Präparate
Rabattverträge mit den Krankenversicherungen!
Bevor der Patient für sein Rezept das benötigte Arzneimittel bekommt, muss der Apotheker nun prüfen, mit welchem Hersteller und über welches Arzneimittel seine Krankenkasse einen Rabattvertrag abgeschlossen hat. Solche "Rabatt-Arzneimittel" muss der Apotheker seit dem 01.04.2007 bevorzugt abgeben. Ist eben dieses Medikament nicht auf der Rabattliste, darf es nicht verkauft werden. Solche, nicht nachvollziehbare Auswüchse sind mit unheimlich viel Bürokratie verbunden. Ein unnötiger “Wasserkopf“ der Unsummen Geld kostet, ist bei uns durch diese unsinnigen Rabattverträge entstanden.


Medikamentenbestimmungen einer Epilepsieklinik: „Während Ihres Aufenthaltes stellen wir Ihnen Ihre Medikamente selbstverständlich zur Verfügung. Möglicherweise erhalten Sie ein Präparat mit gleicher Wirkungsweise aber anderem Namen, ein sogenanntes Generikum. Dies beeinträchtigt die Qualität Ihrer Behandlung nicht“. (Name dem Verfasser bekannt)                                   Nachtrag: Die obige Formulierung der Medikamentenvergabe, wurde inzwischen von dieser Klinik anders umschrieben. Dennoch ist die allgemeine Handhabung unverändert.


Bei den Patienten entsteht hier eine große Unsicherheit
Wenn ein Epilepsiepatient lange Jahre mit einem bestimmten Medikament anfallsfrei ist (dies könnte auch ein Generika sein), sollte er auf keinen Fall auf ein Ersatzmedikament umsteigen. Obwohl gesagt wird, dass hier derselbe Wirkstoff darin ist. Es könnte wieder zu Anfällen kommen. Die Folge wäre: Krankenhausaufenthalt, Untersuchungen, Blutspiegel, EEG, MRT etc. Hier wird der Kosten-Nutzen- Faktor sehr schlecht und könnte zu viel mehr Kosten führen. Wir sollten alle darauf achten, dass der Arzt beim Rezept das aut-idem (stammt aus dem Lateinischen und heißt wörtlich „oder ein Gleiches“) Zeichen ankreuzt. Nur  dann ist der Apotheker verpflichtet, dasselbe Medikament auszuhändigen. Sie sehen, hier ist der aufgeklärte mündige Bürger gefragt. Selbsthilfegruppen können hier sehr gute Hilfe leisten. Aber nach unseren Erfahrungen sind allerhöchsten 3-4% der Epileptiker in Selbsthilfegruppen, der riesengroße Rest ist nicht über diese Arzneimittelverordnung informiert und macht sich auch keine großen Gedanken, wenn er plötzlich ein anderes Medikament bekommt. Hier sind nun die Apotheker in einer bösen Klemme, sie müssen nach Rabattvertrag das Generikum aushändigen (aber nur wenn kein aut-idem Kreuz auf dem Rezept ist). Obwohl sie wissen, dass der Patient wieder Anfälle bekommen könnte!?!
Zusätzlich werden immer wieder neue Verpackungen gemacht (hauptsächlich bei Re-Importen), was die Unsicherheit bei den Patienten noch erhöht.
Ich möchte hier kein Apotheker sein!!


Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie
Ihren Arzt oder Apotheker ??


Ich denke, dass diese Aussage doch manche Fragen offen lässt!
Aber ich möchte auf keinen Fall Schwarzmalerei betreiben, mir ist schon bewusst, dass in anderen Ländern ein noch größeres Chaos herrscht. Und der Grund liegt hier wiederum beim Geld, denn ärmere Länder können sich diese teuren Medikamente erst gar nicht leisten. Aber es fällt schon auf, dass auch in diesen Ländern die Oberschicht diese Medikamente bekommt.                                      Es ist also Realität, dass es bald nur noch Generika für den normal verdienenden Patienten gibt. In was für einer kalten Welt leben wir?                                                                                        Aber es gibt Gott sei Dank einige wenige Pharma-Firmen, die das Original Produkt weiterhin herstellen. Allerdings unter anderem Namen, aber mit dem Generika-Preis! Auch hier sollte man genau nachfragen, denn das ist nicht überall bekannt!!
Allseits gute Gesundheit mit den richtigen Medikamenten
wünscht Ihnen            
Dieter Schmidt

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